Weniger ist mehr: 1 Jahr nach der 365-Tage-ohne-Challenge

Anfang 2017 habe ich meine 365-Tage-ohne-Challenge beendet. Das heißt, dass ich 1 Jahr lang keine Kleidung gekauft habe. Und das ist bereits wieder 1 Jahr her. Ob und was sich seither verändert hat, kannst du im folgenden Beitrag lesen. Viel Vergnügen!

Kaufrausch?

Er kam nicht. Gar nicht. Neulich lag der Katalog eines Öko-Moden-Herstellers im Briefkasten. Ich schaue gerne rein um zu sehen, welche Farben dieses Jahr „in“ sein werden und studiere die Schnitte.

Ich kaufe nämlich nur noch gezielt:

Meine Kleider-Ziel-Liste

Ziel: Irgendwann sind alle Kleidungsstücke in meinem Schrank ökologisch und fair hergestellt.

Vor einigen Jahren habe ich mir die Mühe gemacht alles, was ich an Kleidung und Schuhen besitze, in eine xls-Tabelle einzutragen: mit Farbe, Größe, Preis, Anschaffungsdatum. In einem weiteren Tabellenblatt habe ich Kategorien angelegt, um eine Übersicht zu erhalten, wieviel ich wovon habe (Spalte C) und wieviele Kleidungsstücke davon bereits ökologisch und fair hergestellt sind (Spalte D)* und wieviel Stück ich aktuell für meine Gardarobe ausreichend finde: 65 Kleidungsstücke (Spalte B = Ziel).

*Mehr als 60% meiner Kleider sind aktuell aus k.b.A. (kontrolliert biologischem Anbau), bzw. k.b.T. (bei Wolle z. B. aus kontrolliert biologischer Tierhaltung, also artgerecht).

So sieht sie im Moment aus:

Vor 1 Jahr noch war mein Ziel übrigens eine Gardarobe mit 90 Kleidungsstücken, ich erinnere mich, dass ich damals unbedingt unter die 100 kommen wollte und nannte 96 Kleidungsstücke mein eigen. Ich habe zwischenzeitlich festgestellt, dass ich sehr, sehr gut mit noch weniger auskommen kann. Es durften noch einmal über 30 Kleidungsstücke den Besitzer wechseln.

Mein Bedürfnis nach Übersichtlichkeit im Kleiderschrank wird auch Dank Marie-Kondo-Falt-Technik bestens erfüllt. Wenn ich meinen Schrank oder die Schubladen öffne, lacht mein Herz jedes Mal. Mehr kannst du hier lesen.

Obwohl ich vom Minimalismus sehr angetan bin, wäre eine Garderobe mit 20 oder 30 Teilen im Moment für mich schwer vorstellbar, denn dann müsste ich ja noch häufiger waschen, wozu ich keine Lust habe. Wenn ich aus dem Berufsleben bin und als Oma mit Jeanslatzhose (da reichen dann 2  immer eine zum Wechseln) und Strohhut unterwegs, kann ich sicher noch weiter reduzieren.

Individuell statt trendig

Es hat zwei Farbtyp-Beratungskurse und mehrere Anläufe der „Kleiderdiät“ (ein tolles Buch!) gebraucht, bis ich akzeptiert habe, dass mich schwarz leichenblass, statt elegant wirken lässt und Bootcut-Hosen für meine Proportionen extrem unvorteilhaft sind.

Ja, die Geschmäcker sind verschieden und wenn jemand für Individualität plädiert, dann ich! Mein Ziel ist, dass das was ich trage – je nach Anlass – meinen Typ, meine Persönlichkeit zu einem stimmigen Gesamtbild verschmelzen lässt und ich damit die Wirkung erziele, die mir vorschwebt: eine Frau, die zu sich steht und ihren eigenen Stil gefunden hat, statt planlos jeden Trend mitzumachen. Ist mir auch viel zu anstrengend.

Es gibt einige wirklich gute Tipps, die ich sehr hilfreich finde, je nachdem, was man an seinem Typ betonen möchte oder eben nicht. Das muss jede(r) für sich heraus finden. Und dieser Prozess ist auch spannend, sich zu fragen, wie denn meine Außenwirkung sein soll.

Toll finde ich z. B. die Tipps für kleine Frauen bei der Modeflüsterin, die ich möglichst einzuhalten versuche. Ein Beispiel: die Hosen, Socken und Schuhe in derselben Farbe zu tragen. Mini-Aufwand mit ganz großer Wirkung im doppelten Sinn. Beobachtet das einmal an anderen. Oder die Rocklänge lassen kurze Beine entweder wie Betonpfosten oder eben wie Beine aussehen.

Basics statt buntes Durcheinander

Nun habe ich mich für zwei Basis-Lieblingsfarben entschieden, die ich wahrscheinlich für den Rest meines hoffentlich langen Lebens beibehalten möchte. Ich finde das enorm praktisch, denn es erleichtert mir nicht nur unglaublich die Kleiderauswahl am Abend (ja, richtig, ich mache das am Vorabend, denn das entstresst meinen Morgen und sogar der Ehepeter macht es meistens abends), sondern auch das Einkaufen oder Nähen von Kleidung ist von meiner festgelegten Farbpalette (Basics und Kombifarben) bestimmt.

Wenn ich etwas Neues benötige, weiß ich mittlerweile ziemlich genau, welche Farben und Schnitte für mich in Frage kommen und welche nicht. So vermeide ich nicht nur mich im angesagten Modetrend-Dschungel zu verirren, sondern eine Menge ungetragener Fehlkäufe. Ergo: Zeit und Geld gespart.

Überzeugt? Wenn nicht geh‘ doch jetzt bitte einmal zu deinem Kleiderschrank und schaue nach, wieviele Kleidungsstücke du findest, die du eigentlich gar nicht mehr trägst? Ist doch irgendwie schade drum, oder? Und lass‘ mich bitte wissen, ob du solche Kleiderleichen hast, ich bin gespannt.

 Noch lieber: Selbst genäht!

Selbstgenähte Kleidungsstücke sind wie du und ich: einmalig individuell. Und sie können mit etwas Übung perfekter sitzen als alles was du je kaufst. Zudem entscheide ich über die Arbeitsbedingungen (ich sage nur: „Nähen im Stehen“) und kann mir einen Stoff leisten, der ökologisch und fair produziert wurde. Das glückliche Kind hat fast nur noch von mir genähte Oberteile.

Mein Ziel sind einige wenige Grundschnitte, von denen ich unterschiedliche Varianten nähen kann. Zum Beispiel habe ich einen tollen Schnitt für einen Bleistiftrock gefunden, den ich nur minimal adaptieren musste und nun viele Röcke nähen kann. Das bereitet meiner Fantasie ganz große Freude.

(Tipp: in der Bücherei findest du bestimmt Bücher zum Thema)

Wenn dir das Nähen nicht so viel Spaß macht, kennst du vielleicht jemanden, der dir etwas nähen möchte und du dich anderweitig mit einem Talent erkenntlich zeigen kannst. Wie findest du die Idee?

Seit ich selbst nähe und Brot backe und festgestellt habe, dass das echtes Handwerk und Arbeit ist, schätze ich das noch viel mehr.

Ich freue mich über deine Gedanken zu meinem Beitrag und danke dir für deine Aufmerksamkeit.

Ich wünsche dir Gesundheit, Glück und ein langes Leben,

Sandra, deine Bloggerin vom Bodensee

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Autor: Sandra

Bloggerin von www.hundert-werden.de

3 Gedanken zu „Weniger ist mehr: 1 Jahr nach der 365-Tage-ohne-Challenge“

  1. Naja ich hab auch kleiderleichen im schrank, aber nur, weil ich nicht mehr rein passe. Ich hab in einem jahr leider über 20kilo zugenommen. Das kam von diesem blöden Krankenhausaufenthalt 🙁 …. Mittlerweile sind meine werte zwar wieder alle ok, aber das abnehmen will nicht. Die hoffnung gebe ich allerdings noch nicht auf, vlt klappts ja doch noch 🙂 … Mich kribbelts aber dennoch in den fingern, denn die ganzen klamotten stören mich bbbrrrr … Vlt miste ich nur ein ganz klein wenig aus 🙂 , denn normalerweise habe ich eigentlich nur wenig kleidung im kleiderschrank,, musste mir aber neues holen, da ich ja nun nicht mehr wirklich reinpasste

  2. Hallo liebe Sandra,
    jetzt erst habe ich diesen Bericht gelesen und bin begeistert ….und jetzt noch motivierter, meinen Kleiderschrank auszumisten. Ich trage immer nur dasselbe, und sooo viele Sachen, die ich nicht mag und nicht trage, verstopfen weiterhin meinen Schrank. Ich habe zwar insgesamt bei weitem nicht so viele Klamotten wie manch andere Frau. Trends fand ich immer schon doof. Aber ich habe das Gefühl, ich brauche Luft im Kleiderschrank. Luft für meine eigenen Kreationen. Nähen im Stehen kann ich noch nicht, aber was nicht ist, kann ja noch was werden.
    Herzliche Grüße
    Sabrina

    1. Danke für deinen netten Kommentar, liebe Sabrina! Ich wünsche dir viel Erfolg beim Ausmisten und hoffe, dass du dich dann auch so erleichtert und frei fühlst, wie ich es erlebt habe.
      Herzliche Grüße
      deine Bloggerin vom Bodensee

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