Einfach leben: Der große Traum vom kleinen Haus (Tiny House)

Wir sind gerade zurück aus dem Bregenzerwald und beim Abschied habe ich unserer netten Vermieterin in Au (Vorarlberg) von meinem großen Traum vom kleinen Haus erzählt und dabei ist mir eingefallen, dass ich euch doch auch davon erzählen wollte. Nun denn.

Dream big oder Hirngespinst?

Nicht, dass „risikofreudig“ mein zweiter Vorname wäre, aber ich habe so eine Stimme in mir, die total kindisch und albern sein kann (zur Freude des glücklichen Kindes) und die Träume hat, viele, viele Träume. Da reicht ein Leben nicht. Und wenn da so ein Traum ist, der mich über einen längeren Zeitraum begleitet und immer wieder ruft „Hallo, ich bin noch da!“, dann denke ich mir, wäre es an der Zeit, sich diesem Traum zu widmen. Mal zu schauen, wie aus dem Traum was Echtes werden kann.

Tiny House Feeling

Wir machen seit Jahren immer wieder Urlaub in Mobile Homes auf Campingplätzen. Kennt ihr Mobile Homes? Das sind kleine Häuser mit allem was man braucht auf Campingplätzen und ganz oft sogar mit schönstem See- oder Meerblick. Da bekommt man schon so ein bisschen Tiny House Feeling. Und dieses Jahr im Sommer auf Elba in eben so einem Tiny House, habe ich bei einer kleinen Familienkonferenz die beiden wichtigsten Menschen in meinem Leben gefragt, ob sie denn nun auch ernsthaft bereit wären für das Tiny House?

(c)www.hundert-werden.de „Unser“ Mobile Home auf Elba

Bereit für weniger

Die Zustimmung kam und ich war total motiviert nach unserer Rückkehr Nägel mit Köpfen zu machen. Mit dem glücklichen Kind habe ich sogar schon einen Plan gezeichnet. Auf Basis unseres jetzigen Wohnzimmers. Maßstabgetreu. Dann habe ich Mitte September meine Ausbildung zum systemischen Business- und Privatcoach begonnen. Auch ein Traum, der gerade wahr wird. Und in meinem Leben Prio 1 hat. Das heißt, das kommt an allerallererster Stelle. Tiny House muss noch warten.

Ich habe einen Plan

Im Moment sieht mein Plan wie folgt aus:

Wir benötigen ein Grundstück. Etwas, wo wir das Tiny House draufstellen können. Und dürfen. Zur Zeit möchten wir auf jeden Fall noch hier am wunderschönen Bodensee bleiben. Und das mit einem Grundstück könnte eine Herausforderung werden. Noch bin ich entspannt. Ich denke an Herbst 2019 oder auch Frühjahr 2020. Bis dahin versuche ich etwas zu finden.

Also, wer das hier liest und aus der Raum Konstanz, Bodensee, stammt und zufällig jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt… ihr wisst schon, BITTE, BITTE MELDE DICH BEI MIR! Wir sind eine 3-köpfige naturliebende und deshalb auch -schützende Familie, die ein kleines Grundstück zu mieten oder kaufen sucht.

Einen Schritt weiter

So, das war schon der erste Schritt. Ganz leicht. Wenn wir dann ein Plätzchen haben, wo es gut passen könnte, lautet die Frage, ob wir ein Tiny House bauen (lassen) oder eines 2nd Hand kaufen. Im Moment bin ich für 2nd Hand, denn das wäre günstiger und wir hätten die Option für ein weiteres Modul. Ja, dem glücklichen Kind werden in einigen Jahren Barthaare wachsen und ob er (oder wir) es dann noch so cool finden, so aufeinander zu hocken, kann ich nicht sicher sagen.

Pfahlbauten – früher haben sie auch bescheidener gelebt (c)www.hundert-werden.de

Warum nochmal ein Tiny House?

Manche finden sie nur hübsch, ich auch, aber das alleine wäre kein Grund für mich. Ich finde Giraffen auch hübsch und Kälber, aber deswegen will ich noch keines.

Während andere in unserem Alter schon Häusle-Besitzer oder zumindest Eigentumswohnungen erworben haben, sind der Ehepeter und ich noch ohne eigene Immobilie. Mein ehemaliger Chef hat ganz richtig gesagt: Eine Immobilie macht immobil. Also abhängig. Das mag ich gar nicht. (Deswegen bin ich übrigens auch so stolz, dass ich suchtfrei bin (hier zu lesen) ) Sicher bin ich noch von bestimmten Dingen, Umständen abhängig, oder umgekehrt, aber diese Abhängigkeiten halten sich in Grenzen und sind ziemlich freiwillig.

Wer kann in die Zukunft schauen?

Wer weiß, wo wir in 10 Jahren leben, wo das glückliche Kind einmal arbeiten, leben, lieben wird? In dieser globalen Welt. Von wegen wir rücken alle näher zusammen. In den Ballungszentren schon, was ich auch wieder schwierig finde, aber ich möchte einfach diesbezüglich flexibel bleiben. Richtig, das geht auch mit einer Mietwohnung. Und da ist schon der Haken.

Ich mache da nicht mit!

Es ist so, dass ich keine Lust habe, für den Rest meines Lebens jeden Monat einen Batzen Geld für eine Mietwohnung zu bezahlen. Und das ist so, obwohl wir eher bescheiden leben in unseren 3-Zimmern. Ein bisschen mehr Luxus und Schwupps zahlst du 500,- EUR mehr oder noch mehr im Monat. Nööööööööööö!

Unsere bescheidene Wohnung, übrigens, BJ ca. 1980 (also ein Stockwerk drüber) wurde diesen Sommer für fast eine Halbe Million Euro verkauft. Also magst du kurz ausrechnen, wie lange man da zahlen könnte, wenn man sich sowas freiwillig antut. Ohne Lottogewinn. Ohne goldenen Löffel bei der Geburt im Mund. Ich finde das ist Wahnsinn und gehört verboten. Aber das ist freie Marktwirtschaft und wir leben in einem beinahe freien Land. Man muss da nicht mitmachen.

Für viele ist das immer noch so ein Status-Ding, wir brauchen das nicht. Zuviel Lebensenergie würden wir verschwenden, aufwenden müssen.

Weniger für alle?

Es ist bekannt, dass Wohnraum fehlt. Daher finde ich, dass man die zunehmende Tiny House – Bewegung unterstützen sollte. Das bedeutet, dass es zum Beispiel auch (wieder) möglich sein sollte, seinen Erstwohnsitz auf einem Campingplatz haben zu dürfen. In Anbetracht der zunehmenden Altersarmut halte ich das für erforderlich. Ist leider nicht überall in Deutschland erlaubt. Aber die Situation muss wohl noch weiter eskalieren, bis die Politik handelt.

Wer, wie wir bereit ist, sich auch räumlich einzuschränken, dem sollten nicht auch noch Steine in den Weg gelegt werden. Wie seht ihr das?

Viele Fragen…

Vor etwas mehr als zwei Jahren war ich ganz angetan von der Idee einen Wohnwagen zu kaufen. Ist auch eine Art Tiny House. Wer nachlesen möchte, weshalb wir uns anders entschieden haben, kann das hier.  Die sind alle aus so Plastik, so Laminat und Pseudo-Holz. Ich möchte aber ein Tiny House mit gesundem Wohnklima, d. h. aus Echtholz. Gerne mit einem kleinen Holzofen. Und kochen möchte ich auf Gas. Aber was ist am ökologisch sinnvollsten? Da habe ich noch keine konkreten Antworten.  Auch wie es mit dem Brandschutz, Blitzschutz, der Wasserversorgung ist. Kompost-Toilette oder nicht? Keine Ahnung. Noch nicht.

So, wie ich es mag

Bei all meiner Bescheidenheit, möchte ich trotzdem etwas, das ich so gestalten kann, wie ich es mag. Und ich mag es sehr schlicht, übersichtlich und praktisch. Einen Gedanken finde ich besonders für das Alter und im Hinblick auf die unwiederbringliche Lebenszeit reizvoll: Alles so klein und frei zugänglich wie möglich, damit wir weniger Zeit mit dem Saubermachen verbringen müssen. Lachst du gerade? Ich finde das äußerst erstrebenswert!

Manchmal habe ich das Gefühl meine 75jährige Mutter wirbelt den ganzen Tag mit ihrem Staubwischer durch die Wohnung. Und sie ist noch relativ fit. Mit zunehmendem Alter fallen manche Arbeiten nicht mehr so leicht und der Mensch braucht tendenziell länger. Da macht es für mich sehr viel Sinn, sich auch darüber Gedanken zu machen. Warum nicht schon früher Zeit sparen durch weniger Putzen?

Im Jahr 2016 habe ich mit dem Marie-Kondo-Projekt „Magic Cleaning“ begonnen und 2017 abgeschlossen. In unserer Wohnung ist es jetzt übersichtlicher. Zumindest was meine Sachen betrifft. Da dürfen sich meine Lieblingsmenschen noch etwas einfallen lassen, bis wir das Tiny House beziehen.

Und zum Schluss noch ein Gedankenanstoß:

„And all your money won’t another minute buy…“

Weniger Besitz bedeutet für mich mehr Freiheit. Mehr Freiheit, heißt mehr Flexibilität, mehr Kreativität. Mehr Leben. Mehr Zeit für das, was jetzt wichtig ist. Her mit dem schönen Leben!

Ich bin wie immer gespannt auf deinen Kommentar.

 

Hier habe ich schon viele Inspirationen zum Thema Tiny House gefunden: http://tiny-houses.de/

Auch bei Facebook bin ich in einer Tiny House Deutschland-Gruppe.

 

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit. Ich wünsche dir Gesundheit, Glück und ein langes Leben,

Sandra

deine Bloggerin vom Bodensee

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Autor: Sandra

Bloggerin von www.hundert-werden.de

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