Einfach machen: Einfach laufen: Teil 3 Wie dranbleiben?

Heute morgen bin ich um 05.30 Uhr laufen gewesen. Letzten Freitag habe ich das zweite Mal in diesem Jahr meine 10 Kilometer-Runde gerockt! Klingt doch gut, oder? Ich laufe jetzt seit 17 Monaten und wer denkt, dass ich jede Woche meinen Laufeinheiten entgegensehne, irrt! Auch nach über einem Jahr muss ich mich immer wieder einmal motivieren.

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich diesen Beitrag schreiben konnte. Meine Aufmerksamkeit im März und April galt unter anderem der Basisausbildung zur

Ernährungsberaterin. Wir durften den 80. Geburtstag meiner beider Schwiegereltern in geselliger Runde erleben und die Erstkommunion vom glücklichen Kind bei strahlendem Sonnenschein hier am Bodensee feiern. Das ist mein Leben und in solchen Zeiten ruht mein Hobby „Bloggen“. Aber nun zurück zum eigentlichen Thema.

Rückschläge akzeptieren und einfach wieder weiter laufen

Direkt nach Weihnachten 2017 hat mich eine heftige Grippe erwischt und ich habe mich fast 4 Wochen so schlapp gefühlt, dass ich nicht so munter laufen gehen konnte wie zuvor. Trotzdem bin ich raus und habe jedes Mal sehr schnell gemerkt, dass mehr als gehen einfach nicht geht! Auch beim nächsten und übernächsten Versuch noch nicht. Das war ganz schön frustrierend und Geduld zählt hier immer noch nicht zu meinen Stärken.

Mein oberstes Ziel lautete jedoch: Wieder völlig gesund und schmerzfrei zu sein. Das habe ich mit ausreichend Schlaf, Schonung, Ingwertee, Brühe und noch mehr Gemüse Ende Januar erreicht und konnte endlich wieder durchstarten. Meine Strecke ohne Geh-Pausen durchlaufen zu können, hat mir ein breites Grinsen auf mein Gesicht gezaubert und mich wieder richtig motiviert.

Heute morgen vor 6 Uhr (c)www.hundert-werden.

Motivation: Feste Zeiten, Musik und einfach machen

Gut ist, nein, für mich enorm hilfreich sind die festen Zeiten, die ich mir von Anfang an für’s Laufen reserviert habe! Montag – Mittwoch – Freitag sind meine definierten Lauftage. Das klappt auch in den allermeisten Fällen.

Wenn es mir einmal schwerer fällt, die Schuhe zu schnüren, hilft mir Musik immer. Ich habe mir zwei Alben (Happy Music und Power Music) angelegt und meine Lieblingslieder vibrieren dann in meinen Gliedern. Da bekomme ich automatisch gute Laune, laufe einfach weiter und singe in Gedanken mit „I’m in love with my body!“

Manchmal läuft es mit Musik besonders gut (c)www.hundert-werden.de

Motivation: Fitnesstracker Smartwatch

Als ich anfing zu laufen, hatte ich mir eine kostenlose Schrittzähler-App auf mein Smartphone geladen, wollte es dann aber irgendwann noch etwas genauer wissen! Mit GPS und dem Tracken all meiner Aktivitäten (Radfahren, Laufen, Etagen steigen, …etc.). Seit Anfang des Jahres habe ich diese Uhr und bin als Zahlenmensch begeistert. Wichtig war mir zu sehen, ob ich die empfohlene Schrittzahl von 10.000 pro Tag erreiche, sowie über einen längeren Zeitraum zu erfahren, wie gut es insgesamt um meine körperliche Aktivität vs. Inaktivität (Stichwort: „Sitzen ist fürn Arsch“) steht. Mit dieser Echtzeit-Erkenntnis kann ich jeweils entsprechend reagieren.

Motivation Ehepeter

Gerade auf dem Tiefpunkt meiner Motivation hat mich der Ehepeter „gerettet“, denn es spornt mich natürlich an, dass er jetzt auch läuft.

Er hat es mir Anfang des Jahres versprochen und es wäre nicht mein Ehepeter, wenn er seine Versprechen nicht halten würde. Nein, wir gehen nicht zusammen laufen. Er ist die Eule, ich eher der frühe Vogel. Aber er tut es jetzt auch, nach 12 Jahren Laufpause! Du siehst, es ist nie zu spät. Man(n) könnte höchstens bereuen, nicht früher damit angefangen zu haben.

Und da habe ich kürzlich wieder einmal dieses schöne Lied  im Radio gehört, das mich daran erinnert, dass ich keine Zeit mehr verplempern möchte. Ein bisschen melancholisch, aber ich mag es sehr!

When I think of all the good times that I’ve wasted having good times
When I think of all the good time that ’s been wasted having good times

When I was fighting
I could’ve done the right thing
All of that boozin‘
I was really losin‘
Good times
Good times
When I think of all the good time that’s been wasted having good times
When I think of all the good time that’s been wasted having good times

I couldv’e been walkin‘
Instead of complainin‘
I couldv’e been gainin‘
Good times
And its a beginning of good times
Good times
I said good times
Talking bout good times

Motivation Lauftagebuch

Darin halte ich besonders schöne Momente fest, wie zum Beispiel die ersten 10 Kilometer-Läufe dieses Jahr. Aber auch um daraus zu lernen: Wann meine besten Läufe waren, wenn ich zu warm angezogen war, bei welchem Wetter ich gelaufen bin und wie ich mich generell vor und nach dem Laufen gefühlt habe. Darin zu lesen motiviert mich tatsächlich immer wieder dranzubleiben.

Im Sommer laufe ich anders

Die Temperaturen sind jetzt frühsommerlich und damit wird das Laufen am Nachmittag für mich zur Qual. Ich schwitze, ich glühe, ich werde immer langsamer. Noch mehr kann ich nicht ausziehen, ohne extrem peinlich zu wirken. Dass ich bei 10° Grad schon mit kurzer Hose und T-Shirt laufe, sei am Rande erwähnt. Abends bin ich zu müde von all den To-dos, aber wem sage ich das!

Und morgens? Ja, das habe ich letztes Jahr genau 3 Mal versucht und wieder gelassen, weil der Sommer dann doch nicht der Jahrhundertsommer wurde und ich auch später laufen konnte.

Nachdem ich letzten Montag kurz nach 17.00 Uhr laufen war, besser gesagt, etwas schneller gegangen bin und mich die Hitze total ausgebremst hat, bin ich heute um 5.30 Uhr los. Die Vögel zwitscherten schon ganz laut um die Wette. Der Weg hat fast mir ganz alleine gehört. Das war schön. OK, dann kann es mittags 30° Grad haben, egal. Yeah, I did it!

Ziele? Ja, und dann an die neue Situation anpassen. Nennt man auch Flexibilität.

Gerne hätte ich im April beim Frauenlauf mitgemacht, dieses Ziel dann aber auf 2019 geschoben: Wegen der Grippe und weil ich dann auf einmal im rechten Knie Schmerzen gehabt habe. Da bin ich sehr vorsichtig. Es waren keine dauerhaften Schmerzen, sonst wäre ich natürlich zum Arzt, aber ich habe das genau beobachtet und tat gut daran, meine Laufstrecke den ein oder anderen Tag zu reduzieren. Seither wieder alles prima.

Laufen ist mein Yoga

Mit meinem Temperament kann ich nicht auf einer Matte sitzen und irgendwelche Verbiegungen machen. Natürlich ist Beweglichkeit ganz arg wichtig und muss erhalten werden, keine Frage! Ich MUSS mich aber körperlich auspowern. Das geht beim Radfahren, Tanzen und auch besonders gut beim Laufen. Nur so baue ich Stress ab und bin anschließend ausgeglichener und erträglicher für meine Umwelt.

Regelmäßige Bewegung schützt nachweislich vor Burn Out, Depression und so vielen anderen unerwünschten Krankheiten. Im Moment zählt man circa 35 Krankheiten, die durch regelmäßige sportliche Betätigung verhindert oder bei bereits bestehenden Symptomen gemindert oder auch geheilt werden können (Quelle: „Das Gesundheitsrezept“ von Dr. med. Anders Hansen, Dr. med. Carl Johan Sundberg, 1. Auflage Feb. 2017).

Mir geht es nicht darum, einen Marathon zu laufen, dazu müsste ich richtig professionell trainieren. Aber sag‘ niemals nie!

Mir geht es in erster Linie darum, dieses fantastische Körpergefühl, das mir das Laufen beschert, zu halten, angefangen von der guten Laune, dem Gefühl von Leichtigkeit, Beweglichkeit, dem Gefühl vom eins sein mit der Natur, dem Gefühl mich lebendiger und stärker zu fühlen. Dem Gefühl ausdauernd 10 Kilometer laufen zu können und im 4. Stock anzukommen und noch nicht außer Atem zu sein!

Mit mehr Selbstbewusstsein und einer aufrechteren Körperhaltung durch’s Leben und die Welt zu gehen. Das Glück, dass meine kurzen Beine (warte, ich messe sie…) mit knapp 75 Zentimetern solche Strecken zurücklegen zu können!

Und dem Wissen, dass es mich nicht nur glücklich macht, sondern auch dazu beiträgt, dass sich meine Chance – du weißt, was jetzt kommt – mindestens 100 Jahre gesund und glücklich zu werden, ziemlich erhöht!

Bodensee-Liebe und Blick auf die Berge = pures Glücksgefühl (c)www.hundert-werden.de

Und was motiviert oder hindert dich?

Alle, die gesunde Beine haben, sollten es einmal versuchen (… 35 Krankheiten!). Und auch die, die schon Beschwerden haben (nach Rücksprache mit dem Arzt deines Vertrauens!) sollten es versuchen, mit Walking eventuell. Einfach anfangen. Es gibt Tage, da passt es mir auch nicht sooo, da würde ich gerne weiterlesen, -nähen, -schreiben…., trotzdem ziehe ich mich um. Ignoriere den inneren Schweinehund, setzte meine Kopfhörer auf. Hopserlauf, Storchenlauf, Rückwärtstrippeln, Arme kreisen und Schwupps bin ich am See angekommen. Dann geht es los.

Für alle, die wissen genau wollen, wie ich überhaupt zum Laufen gekommen bin, können das hier nachlesen. Was anfangs schief gelaufen ist, kannst du hier lesen. Sei’s drum. Es geht heute darum, dass ich es noch immer tue und dass ich es schaffe dranzubleiben.

Ich freue mich von dir zu hören, lesen… Wenn dir gefällt, was ich schreibe, sag‘ es weiter, wenn nicht, sag‘ es mir.

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit. Ich wünsche dir Gesundheit, Glück und ein langes Leben,

Sandra,

deine Bloggerin vom Bodensee

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Autor: Sandra

Bloggerin von www.hundert-werden.de

2 Gedanken zu „Einfach machen: Einfach laufen: Teil 3 Wie dranbleiben?“

  1. Hallo Sandra, endlich habe ich Zeit gefunden, deinen Artikel zu lesen. Du hast dir sehr viel Zeit genommen, alles so ausführlich zu schildern: Deine Erfahrungen, Tipps usw. alles sehr interessant zu lesen. Es ermuntert mich immer wieder. Ich habe ja erst im letzten Herbst angefangen zu laufen, Radfahren war bis jetzt mein größtes Hobby… Aber genau die Kombination von Beidem finde ich für mich toll. Ich merke, wie ich von Monat zu Monat fitter werde. Wir waren letzte Woche im Urlaub in Südtirol, zum Radeln. Selbst Pässe fahren klappte heuer sehr gut. Unser Zimmer lag im 4.Stock, von der Tiefgarage bis zum Zimmer waren es genau 100 Stufen!! Klar, dass ich diese alle zu Fuß gelaufen bin… (manchmal sogar öfter am Tag, wenn ich was im Auto vergessen hatte 😉 zumal ich nicht gerne Aufzug fahre. Ich wünsche mir, dass du uns noch lange deine Erfahrungen so kurzweilig mitteilst. Nette Grüße, Brigitte

  2. Schoen, dass es laeuft, Sandra!
    Obwohl ich ein grosser Musikfreund bin, hoere ich fast nie Musik zum Laufen, nur bei Wettkaempfen, wo ich sie steigernd zusammenstelle.
    Beim Trainieren zaehlt fuer mich nur die Strecke und da es auch nach inzwischen 15 Jahren mehr oder weniger erfolgreichen Laufens (aber immer drangeblieben, mindestens 1 Marathon im Jahr, egal wie schlecht) immer noch sterbenslangweilig ist, motivieren mich Hoerbuecher.
    26h Tom Clancy bringen mich immer wieder raus (super bei Audible, man kann auch angefangene Hoerbuecher zurueckgeben, wenn sie nicht gefallen) und dann kann es auch nach 5 Monaten immer noch dasselbe Flussufer in der Stadt sein!
    Besucht uns mal am Ende Europas und bringt die Laufschuhe mit!

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