Magic Cleaning oder die Inventur meiner Persönlichkeit (Abschlussbericht)

einfach machen – einfach leben – weniger ist viel mehr

Seit Wochen (oder sind es bereits Monate?) sitze ich immer wieder zuhause vor dem Bildschirm und suche die passenden Formulierungen, um diesen Beitrag, dieses Projekt abzuschliessen und euch präsentieren zu können. Und ich habe mir fest vorgenommen, diesen Blogpost vor unseren Sommerferien, die in wenigen Tagen beginnen, zu veröffentlichen. Bitteschön.

Worum geht es bei MAGIC CLEANING nochmal?

Einmal im Leben richtig aufräumen, dann nie wieder, O-Ton Marie Kondo, die Ordnungskönigin aus Japan und Welt-Bestseller-Autorin ihrer Bücher zu diesem Thema. Ehrlich, auch wenn ich mindestens 100 Jahre alt werden möchte, habe ich künftig nicht vor, viel Zeit mit Suchen und Aufräumen verbringen zu müssen. Also startete ich mit dem Aufräumfest im vergangenen Herbst.

Wie will ich leben?

Es gibt eine von Konmarie festgelegte Reihenfolge, die beachtet werden möchte. Bevor man jedoch mit dem Ausmisten beginnt, sollte man sein „ideales Leben“ schriftlich festhalten. Oder als Collage. Ich habe (sicherheitshalber) beides gemacht 😉

Systematische Vorgehensweise

Erste Kategorie ist die Kleidung ( hier mein 1. Blogpost ) Mein Kleiderschrank ist noch immer ziemlich vorbildlich übersichtlich und hat sich beinahe halbiert. Auch beim Ehepeter und dem glücklichen Kind hat sich die Konmarie-Faltmethode und Übersichtlichkeit in diesem Bereich übertragen. (Im meinem ersten Bericht findest du auch einen Link zu einem Video, in dem Marie Kondo zeigt, wie es geht).

Als nächstes waren Bücher, Dokumente, Schriftstücke an der Reihe ( hier mein Folgebericht ). Anschliessend die niedlich klingende, jedoch für mich zeitintensivste Kategorie, der sogenannte KLEINKRAM ( hier und hier meine Berichte dazu ). Angefangen von CDs (es waren nur 120 Stück), DVDs (keine 15 Stück), Kosmetik (keine 10 Artikel), elektronische Geräte inkl. Foto, Medizin, Haushaltsartikel, Hobby (Nähen, Malen, Stricken, Häkeln, Basteln), Schreibwaren, Küchenutensielen (auch mehr als nötig), Putz-Mittel, Werkzeuge, Dekorationsartikel ( massig! ) – Brrr.

Die „schmerzhafte“ Kategorie

Mit dieser Kategorie „Kleinkram“ habe ich mich durch das Frühjahr 2017 gearbeitet. Es war in der Tat Arbeit. Alles von einer Kategorie ausräumen, aus- und sortieren nach der Idee „macht es glücklich?“, einen Platz finden, einräumen.

Allerdings habe ich mich geweigert, gut erhaltene Dinge, von denen ich der Meinung war, diese nicht mehr zu benötigen, so wie es Marie Kondo vorsieht: WEGZUSCHMEISSEN! Das habe ich in den seltensten Fällen fertig gebracht (mein grünes Herz eben!). So habe ich ungefähr 90% der Gegenstände, die weg durften, verschenkt.

Ich kam schnell an einen Punkt, an dem ich den zusätzlichen Aufwand Dinge zu verkaufen (fotografieren, online stellen, versenden….) nicht noch betreiben wollte. Zuviel Umbruchstimmung kam da zwischendurch auf. Schon bei meinen MCs und CDs kamen sehr viele Erinnerungen und damit verbundene Emotionen hoch. Auch bei den Briefen, teils albern beschriebene Papierschnipsel aus der Schulzeit, wurde ich sehr emotional. Das wechselte ab von einer gewissen Melancholie über Freude, Stolz, Zuversicht, Zufriedenheit, Dankbarkeit.

Wo sind die glücklichen Erinnerungen (c)www.hundert-werden.de
Briefe & Tagebücher

Und ich habe so ziemlich alle Briefe entsorgt, bis auf einge wenige, die jetzt in einer kleinen Box zusammen mit meinen ungefähr zwanzig Tagebüchern aufbewahrt werden. Die Tagebücher sind eine Dokumentation meiner persönlichen Entwicklung und ich werde sie vielleicht in zehn, zwanzig oder auch erst in dreißig Jahren wieder auspacken und lesen.

Fotos, alte Glaubenssätze und Dankbarkeit

Besonders spannend und aufschlussreich für mich war auch die Foto-Session, die ich an einem Wochenende erledigte, als der Ehepeter und das glückliche Kind unterwegs waren und ich richtig eintauchen konnte.

Viele längst vergessene Begebenheiten, Erinnerungen wurden wieder wach und ich musste mich zwangsläufig damit auseinander setzten. Das tat richtig gut und ich konnte dabei auch alte, unnötige und hinderliche – wie heisst es so schön „Glaubenssätze“ über Bord werfen. Wie befreiend! Auch hat sich wieder ein Gefühl von Dankbarkeit eingestellt.

Fazit: Was hat es denn nun jetzt gebracht?

Ein interessantes Projekt ist beendet. Ich kann es empfehlen. Natürlich misten wir alle von Zeit zu Zeit, hier und da, spätenstens wenn der nächte Umzug ansteht, aus. Die Sache systematisch wie Marie Kondo anzugehen ist gleichzeitig ein spannender Weg herauszufinden, wer ich bin, sein möchte und das kann sich ziemlich gut anfühlen. Eine praktische Methode zur Selbsterkenntnis und für Ordnungsliebende wie mich.

Auch wenn ich nicht hunderprozentig allen Anweisungen gefolgt bin und es auch nicht in dem vorgegebenen halben Jahr geschafft habe, habe ich doch eine ganze Menge über mich gelernt. Und allein das war der ganze Aufwand wert.

Von allem genug

Ungefähr 10.000 Dinge besitzt ein Mensch im Durchschnitt. Bei mir waren es vor der Magic Cleaning Aktion garantiert schon viel weniger. Ich habe beim Aufräumfest wirklich noch viele, viele, viele Dinge weggegeben. Mir fehlt nichts davon und ich kann mich teilweise auch gar nicht mehr erinnern.

„Was es alles gibt, was ich nicht brauche“ (Aristoteles)

Ich ahnte es natürlich, aber mir ist nun völlig klar – und das ist eine enorm erfreuliche Erkenntnis, dass ich die nächsten Jahren keine Bettwäsche, Handtücher, Geschirrtücher oder sonstige Küchenutensilien benötige. Ausnahme: es geht etwas kaputt, das nicht mehr repariert werden kann. Ich brauche keine weiteren Möbel, Kissenbezüge oder Kaffeetassen. Keine Bilderrahmen, Blumen, Taschen, Weihnachtsdekoration, Bastelmaterial. Wahrscheinlich vorläufig auch keine Wolle und keinen Stoff mehr, aber da bin ich noch nicht so ganz sicher 😉

Jetzt wird es Zeit für Urlaub, neue Begegnungen, Entdeckungen mit meinen Lieblingsmenschen (c)hundert-werden
Bescheiden und glücklich

Unsere Wohnung ist für drei bescheiden hinsichtlich der Größe. Für mich passt es jetzt. Diesen Monat wohnen wir genau 7 Jahre hier und unter unserem Bett stehen keine Wäschekörbe oder Stoffkisten mehr. Alles schön im Schrank versorgt. Genauso der Staubsauger. Nichtige Details findest du? Nicht für mich! Übersichtlichkeit und Ordnung in meinem ganz persönlichen Umfeld beruhigt mich, es macht mich gelassener und dann kann sich meine Kreativität und mein Tatendrang besser entfalten.

Gerne noch weniger

Das Gefühl von Belastung (durch zuviel unnötige Dinge, damit verbundener To Dos und zu wenig Platz) hat sich gewandelt in ein Gefühl von „gerne noch weniger“. Denn je weniger Dinge ich besitze, umso weniger muss ich mich darum kümmern oder sorgen (auch unbewusst!). Wenn es nach mir ginge, würde ich nicht nur unser Auto „sharen“ (von „Carsharing“ – teilen) sondern auch die Bohrmaschine, den Staubsauger, den Grill, die Waschmaschine?

Verändertes Konsumverhalten

Durch Magic Cleaning und natürlich auch durch meine 365-Tage-ohne-(Kleiderkauf)-Challenge hat sich mein Bewusstsein für Konsum gewandelt. Jetzt wo ich weiß, dass ich genügend habe, kann ich einen Bogen um all die Kaufhäuser, Gartencenter und Lagos machen. Statt dessen laufe ich oder nähe oder schreibe oder lese …

Alles hat einen Platz

Fast. Die neu definierten Orte für die Dinge, die ich behalten habe, können sich wieder ändern, wenn ich noch praktischere Lösungen finde. Da lege ich mich nicht fest, Sorry ♥ Ehepeter. Aber im Großen und Ganzen passt das jetzt.

Nie wieder aufräumen

wäre schön gewesen. Statt dessen ist die Idee, alles direkt nach Gebrauch an den vorgesehenen Platz zurück zu bringen. Klingt einfach. Gelingt bedingt. Aber meistens. Versuche ich noch konsequenter und weil ich ein gutes Vorbild sein will und es dann natürlich auch gleich wieder schön ordentlich aussieht.

Ich kenne mich zu gut und weiß, dass das nicht das letzte Mal war, dass ich eine Ausmist-Aktion gemacht habe. Eben, weil sich trotz des „Aufräumfestes“ am Ende ein Gefühl von „gerne noch weniger“ breit gemacht hat. Mal sehen, wie lange ich es so lassen kann.

Rucki-Zucki Koffer packen für drei Wochen nach der Kondo-Methode (c)www.hundert-werden.de
Ich packe meinen Koffer

seit einem Jahr nach der Kondo-Methode. Warum ich das so gut finde: Ich entnehme meine Kleidungsstücke aus den Körbchen im Schrank und setze sie dann direkt in den Koffer. Fertig. Wenn ich den Koffer (oder Schrank) öffne, sehe ich auf einen Blick wo sich welches Teil befindet. Ich muss nicht einen Stapel T-Shirts herausnehmen um nach dem untersten zu kramen, sondern ich entnehme nur das eine Shirt, das ich anziehen möchte. Ganz genial!

Fokus auf neue Ziele

Im Prozess des Magic Cleaning hat sich für mich herauskristallisiert, was meine nächsten Ziele sind. Wo genau ich im Leben stehe und wo es hingehen kann. Das geht sicher auch ohne Kondo, aber mit dem Loslassen von Kram und Krempel, dem Aufräumen in der Vergangenheit, dem Erkennen des eigenen Status quo und dem Entlarfen selbst-boykottierender Glaubenssätze, habe ich einen positiven Doppeleffekt erlebt. Es hat sich also gelohnt.

Danke, Thank you, Marie Kondo!

Und, habe ich dich jetzt mit meinem Aufräumfest angesteckt?

Wenn du Fragen dazu hast, melde dich gerne bei mir über den Kommentar, oder persönlich per E-Mail.

Wenn dir gefällt was ich schreibe, sag‘ es weiter. Wenn nicht, sag‘ es mir.

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit. Ich wünsche dir Gesundheit, Glück und ein langes Leben,

Sandra

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Autor: Sandra

Bloggerin von www.hundert-werden.de

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