Für immer rauchfrei

Am 26. Dezember 2005

habe ich meine letzten Zigaretten geraucht. Das waren in dieser Nacht eine Menge. Da fiel es mir nicht schwer, am nächsten Tag noch zu pausieren. Dann dachte ich mir, ich könnte doch jetzt noch weiter machen mit dem Aufhören. Und ich machte weiter. Glücklich über jede Stunde, die ich nicht daran denken musste, mir wieder eine Zigarette anzuzünden.

Wie ich es geschafft habe? Ohne jegliche Hilfsmittel und ansonsten habe ich mir alles erlaubt!

Ich erstellte mir eine Liste, in der ich jeden Tag eingetragen habe, wie schwer es für mich war, auf die „Kippe“ zu verzichten. Hätte ich mir eine „10“ hingeschrieben, wäre das genau der Moment gewesen, in dem ich mir eine angesteckt hätte. Der höchste von mir eingetragene Wert war  9,8. Nach ca. 10 Wochen war ich bei 3.

Schwierig war tatsächlich, auf die Raucherpausen mit KollegInnen zu verzichten. Da ich ganztags im Büro gearbeitet habe und Dank der modernen Technik außer zum WC nun keinen Grund mehr hatte, meinen Arbeitsplatz zu verlassen und mich natürlich nicht zu den rauchenden KollegInnen gesellen konnte (auch aus Angst rückfällig zu werden), waren das die besonders brenzligen Situationen und manchmal richtig hart. In den ersten Wochen (so sagte man mir später) war ich wohl deshalb öfter gereizt. Daher nochmal

Herzlichen Dank an alle, die mich so ertragen und auch noch unterstützt haben!

In diesen Momenten bin ich sofort an die frische Luft und habe immer wieder ganz bewusst tief ein- und ausgeatmet und mir dabei vorgestellt, wie gut sich jetzt meine Lungen auslüften und regenerieren. Manchmal bin ich auch im Büro einfach nur am offenen Fenster gestanden und habe die kalte Luft eingeatmet. Ich habe mich jeden morgen kalt gewaschen, um meinen Kreislauf in Schwung zu bringen und mich zu „säubern“.

Die von vielen (zu unrecht befürchtete) Gewichtszunahme wollte ich (vorübergehend) in Kauf nehmen, bin aber gleichzeitig so viel gelaufen, dass es sich tatsächlich in Grenzen hielt (plus circa 4 kg).

Ebenfalls eine besondere Herausforderung – so meine Vermutung, würde ein 2-wöchiger Familienurlaub, dabei zwei Raucher, mit denen ich zuvor schon immer gerne unterwegs war, Ende Mai werden. Ich hatte wirklich Angst schwach zu werden, wenn wir uns ins „griechische Nachtleben“ stürzten und ich länger von Rauchern umgeben war. Aber anscheinend war ich schon über den Berg. Das merkte ich auch daran, dass mir ein Glas Wein oder Bier „ohne“ sogar besser schmeckte.

Ja und irgendwann triumphierte das reine Glücksgefühl über die besiegte Sucht und hält bis heute an. Ich habe gelesen, dass man nach 3 bis 4 Wochen eine neue Gewohnheit so inne hat, dass man es für immer schaffen kann. Na dann! Ich bin nun seit über 10 Jahren rauchfrei und habe insgesamt circa 16 Jahre geraucht. Dafür belohne ich mich auch regelmäßig. Schließlich spare ich jährlich mehr als 1.000,- Euro.

Besonders erfreut war ich über das Rauchverbot in Restaurants, das seit 01.07.2008 gilt, denn ich wollte und will nicht mehr ungefragt passiv rauchen müssen.

Es einfach zu machen war eine der besten Entscheidungen in meinem Leben!

So konnte ich ein gesundes Kind auf die Welt bringen und habe, wie gewünscht, einen Partner der ebenfalls nicht raucht und mit mir 100 Jahre alt werden möchte. Diesem Ziel bin ich damit ja einen großen Schritt näher gekommen.

P.S. Mein Ehepeter meinte einmal zu mir, dass für ihn nie eine Frau in Frage gekommen wäre, die rauchen würde – puh, nochmal Glück gehabt!

Ich habe übrigens – im Gegensatz zu vielen anderen ehemaligen Rauchern – keine enorme „Abneigung“ gegen RaucherInnen. Wie könnte ich etwas verurteilen, das ich selbst getan habe. Allerdings wünsche ich mir, dass sich vielleicht die ein oder der andere diesen Text hier zum Anlass nimmt, einmal ernsthaft darüber nachzudenken, ob er nicht auch lieber unabhängig sein möchte. Ich hatte noch keine merklichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch das Rauchen. Aber es ist wie mit dem Alt werden: Auf einmal ist es da. Und dann vielleicht ziemlich heftig. Ich kenne Menschen, die konnten sogar nach 50 Jahren mit dem Rauchen aufhören und damit ihre Lebensqualität deutlich steigern.

Noch etwas: „Verschiedene Studien kommen zu dem Schluss, dass Frauen durch Tabakkonsum sogar noch gefährdeter sind als Männer. Sie reagieren sensibler auf die giftigen Substanzen des Tabakrauchs als Männer. Eine Folge unter anderem: Die Atemwege von Raucherinnen leiden schneller als die von Rauchern.

In Deutschland hat sich das Rauchverhalten von Frauen in den vergangenen Jahrzehnten immer stärker dem der Männer angenähert. Auch hier sind die traurigen Folgen in der Statistik ablesbar. Während im Jahr 2000 noch 9.834 Frauen an den Folgen einer Lungenkrebserkrankung gestorben sind, stieg diese Zahl im Jahr 2014 auf 15.513 Todesfälle.“

(quelle: http://www.rauchfrei-info.de/informieren/news/detail/news/neue-studie-so-kann-das-rauchen-die-lebenserwartung-einer-ganzen-bevoelkerung-beeinflussen/ )

Weitere ganz gute Tipps & Infos findest du hier: www.rauchfrei-info.de

Es gibt auch ein kostenloses Online-Ausstiegsprogramm der BzgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung). Nur Mut, fang einfach an. Und wenn du jemanden kennst, der schon immer gerne aufhören wollte, hilft vielleicht mein Bericht mit dem Aufhören anzufangen. Wenn du Fragen hast, kannst du mir auch eine persönliche Nachricht über den E-Mail-Button senden.

Demnächst:

In meinem nächsten Beitrag, aus der Kategorie: „einfach kochen“, verrate ich dir was es bei uns statt der gekauften TK-Pizza gibt. Mein „statt Pizza“-Tipp ist genauso schnell wie der Lieferservice, aber gesünder und vor allem ganz einfach in der Zubereitung. Klicke hier.

 

Ich danke dir für deine Aufmerksamkeit und wünsche dir Gesundheit, Glück und ein langes Leben!

Sandra

#rauchfrei #gesund #stopsmoking #gesundleben #lebensqualität

Autor: Sandra

Bloggerin von www.hundert-werden.de

Ein Gedanke zu „Für immer rauchfrei“

  1. In den ersten Wochen (so sagte man mir später) war ich wohl deshalb öfter gereizt:
    woran ich mich noch gut erinnern kann.
    So konnte ich ein gesundes Kind auf die Welt bringen und habe, wie gewünscht, einen Partner der ebenfalls nicht raucht und mit mir 100 Jahre alt werden möchte. Diesem Ziel bin ich damit ja einen großen Schritt näher gekommen.
    Das war´s doch wert eine Zeitlang „zu leiden“

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